Muss ich als Privatlehrer Steuern zahlen?

Muss ich als Privatlehrer Steuern zahlen?

22.11.2018

INHALTSÜBERSICHT 

  • PRIVATLEHRER UND STEUERN - IN WELCHE FALLEN KANN ICH ALS PRIVATLEHRER TAPPEN?

  • WELCHE WEGE GIBT ES, UM ALS PRIVATLEHRER LEGAL GELD ZU VERDIENEN? 

  • DER MINIJOB BEI ÖFFENTLICHEN INSTITUTIONEN 

  • DER PRIVATLEHRER ALS FREIBERUFLER 

  • DER PRIVATLEHRER ALS GEWERBETREIBENDER 

  • EXKURS: GESETZLICHER STEUERFREIBETRAG FÜR STUDENTEN UND SCHÜLER 

  • FYNDERY TIPP FÜR DIE VERSTEUERUNG ALS PRIVATLEHRER  

 

PRIVATLEHRER UND STEUERN - IN WELCHE FALLEN KANN ICH ALS PRIVATLEHRER TAPPEN? 

Du bist frisch gebackener Nachhilfelehrer, Fitnesstrainer, Musiklehrer oder privater Koch-Coach und hast bei dem Gedanken an eine mögliche Versteuerung Deines Zusatzeinkommens Schweißperlen auf der Stirn? Das brauchst Du nicht! Denn wir von fyndery haben uns schlau gemacht und helfen dir mit den wichtigsten Punkten leicht und verständlich durch den Steuerdschungel.  

Um in keine Fallen zu tappen, ist es wichtig, dir von Anfang einen Überblick über mögliche Modelle und damit einhergehend Rechte und Pflichten zu verschaffen. Wichtig ist, dass man sich NICHT von Worten wie Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Gewerbesteuer oder anderen einschüchtern lässt. Nur wenige dieser Begriffe sind für dich überhaupt relevant, je nachdem ob man einen Minijob als angestellter Lehrer ausübt oder selbstständig als Freiberufler oder Gewerbetreibender tätig ist. 

WELCHE WEGE GIBT ES, UM ALS PRIVATLEHRER LEGAL GELD ZU VERDIENEN

Um nebenberuflich legal Geld zu verdienen, solltest du dich für eine der nachfolgenden Modelle entscheiden. Beantworte dir als Entscheidungshilfe einfach folgende Fragen: Wie viele Stunden willst du pro Woche arbeiten? Wieviel möchtest du nebenberuflich verdienen? Wie flexibel möchtest du bleiben, das heißt, möchtest du als Angestellter bei einer Institution arbeiten oder selbstständig und damit nicht zeitlich und örtlich gebunden sein?  

Je nachdem wie du dir deinen gewünschten Beschäftigungsumfang, Einnahmen und deine zukünftige Flexibilität vorstellst, ist das eine oder andere Modell mehr beziehungsweise weniger sinnvoll für dich.  

Als Privatlehrer stehen dir folgende Modelle zur Auswahl: der Minijob, die freiberufliche oder die gewerbliche Tätigkeit. Die meisten üben ihre Lehrtätigkeit nebenberuflich aus und entscheiden sich somit für die freiberufliche Tätigkeit. Die zahlreichen Vorteile, die sich als Freiberufler für dich ergeben, zeigen wir dir gleich noch in unserem Blog auf.   

DER MINIJOB BEI ÖFFENTLICHEN INSTITUTIONEN 

Was ist eigentlich ein Minijob und wie unterscheidet sich dieser von anderen Nebenjobs? Der Minijob wird als „geringfügige Beschäftigung“ definiert. Dabei handelt es sich um ein Beschäftigungsverhältnis, das zeitlich begrenzt ist oder ein bestimmtes monatliches Entgelt nicht überschreitet. Gemäß §8 SGB IV liegt eine geringfügige Beschäftigung genau dann vor, wenn die Arbeitszeit auf zwei Monate oder 50 Tage innerhalb eines Kalenderjahres begrenzt ist und/oder ein monatliches Arbeitsentgelt von 450 Euro nicht übersteigt. Jährlich kann man somit 5.400 Euro verdienen. Es handelt sich dabei um ein normales Angestelltenverhältnis, das heißt, hier kommen fast alle Rechte und Pflichten wie bei Vollzeitbeschäftigten auf dich zu. Beispielsweise hast du Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Versicherungen (Kranken-, Unfall-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung). Hier übernimmt der Arbeitgeber die Versicherungsbeiträge für dich als Minijobber. 

Was heißt das jetzt genau für dich als Privatlehrer? Lehrer, die einen Minijob ausüben, haben sich meist für die Anstellung bei einer öffentlichen Einrichtung, zum Beispiel im Bereich Nachhilfe bei einem Nachhilfeinstitut, entschieden. Hierbei handelt es sich weitestgehend um eine langfristige Tätigkeit mit einem begrenzten Gehalt in Höhe von 450 Euro monatlich. Der Vorteil dabei ist, dass man sich nicht um neue Schüler bemühen muss und auf ein monatliches Gehalt, je nach Auftragslage, von bis zu 450 Euro freuen kann.  

Allerdings bringt der Minijob als Lehrer auch Nachteile mit sich. Kritisiert wird seit Jahren die Profitgier von öffentlichen Instituten. Bleiben wir beim Beispiel Nachhilfe. Hier berichten zahlreiche angestellte Nachhilfelehrer leider oft von zu großen Lerngruppen bestehend aus Schülern mit unterschiedlichen Klassenstufen, Alter und Lernfortschritt. Dies bringt einen Verlust an Qualität mit sich und der Nachhilfelehrer verkauft sich ganz klar unterm Wert. Bricht man 450 Euro Monatslohn auf eine Stunde herunter, ist die Frage, ob sich eine Beschäftigung als Nachhilfelehrer bei öffentlichen Instituten überhaupt lohnt, nachvollziehbar. Ebenfalls geht aus diversen Foren im Internet hervor, dass viele Nachhilfelehrer schon lange kritisieren, dass öffentliche Institute im Bereich Nachhilfe unter diesen Umständen viel zu wenig Gehalt zahlen.  

Wenn Du weitere Fragen zum Thema „Minijob“ hast, kannst du dich jederzeit an die Minijob-Zentrale wenden. Die Zentrale dient als zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Minijob in Deutschland. 

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DER PRIVATLEHRER ALS FREIBERUFLER

Wenn du als Privatlehrer unabhängig, flexibel und selbstbestimmt Privatunterricht geben möchtest, ist eine freiberufliche Tätigkeit genau das richtige für dich! Doch was ist eigentlich ein Freiberufler? Gemäß §18 Einkommensteuergesetz (ESTG) wird eine Person als Freiberufler bezeichnet, die Einkünfte aus einer selbstständig ausgeübten erzieherischen, künstlerischen, schriftstellerischen, wissenschaftlichen oder unterrichtenden Tätigkeit einnimmt.  

Was heißt das jetzt genau für dich als Privatlehrer? Als Privatlehrer übst du eine unterrichtende Tätigkeit aus und zählst somit automatisch zu den Freiberuflern. Dieses Modell bringt zahlreiche Vorteile im Vergleich zum Minijob sowie der gewerblichen Tätigkeit mit sich. Im Vergleich zum Minijob agierst du nicht als Angestellter und bist somit vollkommen unabhängig und flexibel. Du entscheidest selbst, wann und wo du Unterricht geben möchtest. Ob in Gruppen oder als Einzelunterricht, ob in deinem Lieblingscafé um die Ecke, als Heimarbeit oder beim Schüler zuhause, du bist dein eigener Herr und kannst dir flexibel Ort und Zeit einteilen.  

Im Vergleich zum Minijob musst du dich als Selbstständiger eigenständig auf die Suche nach neuen Schülerinnen und Schülern in deiner Nähe begeben. Um die Suche für dich zu erleichtern, wurde die Onlineplattform fyndery gegründet. Hier kann jeder, der die fyndery Qualitätskriterien erfüllt, schnell und einfach eine Anzeige aufgeben und so jede Menge neue Schüler in seiner Nähe von sich begeistert.  

Im Vergleich zur gewerblichen Tätigkeit ersparst du dir jede Menge Organisation, Papierkram und Geld. Du brauchst kein Gewerbe beim Gewerbeamt in deiner Umgebung anmelden. Somit fallen keine Gebühren für die Gewerbeanmeldung an und du brauchst keinen Pflichten, die sich daraus ergeben, nachzukommen. Übrigens reicht eine einfache Mitteilung an das Finanzamt, dass du selbstständig Privatunterricht gibst, aus. 

Weiterhin bist du nicht verpflichtet einer Buchführung nachzukommen und einen Jahresabschluss zu veröffentlichen. Wer nicht das notwenige Wissen rund um die Themen Buchführung, Umsatzsteuer, etc. mitbringt, spart sich hier auch den teuren Gang zum Steuerberater. Als Freiberufler reicht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung zur Gewinnermittlung aus. In dieser stellst du deine Einnahmen den Ausgaben gegenüber, um so den Gewinn zu berechnen. Aber keine Sorge, das ist eine sehr einfache Aufstellung, die dir einen tollen Überblick über deine Einnahmen und Ausgaben gibt. 

Doch welche Steuer kommt auf dich zu? Gibt es besondere Steuertipps? Wenn du nebenberuflich Unterricht gibst, kannst du von dem Steuerfreibetrag der Übungsleiterpauschale profitieren. Es handelt sich um einen Nebenjob, wenn du zeitlich nicht mehr als ein Drittel deines Vollzeitjobs nebenberuflich tätig bist. Dabei kannst du in einem Kalenderjahr bis zu 2.400 Euro mit deiner Arbeit als Privatlehrer verdienen, ohne Steuern und Sozialabgaben zahlen zu müssen. Solltest du diesen Freibetrag übersteigen, bist du verpflichtet, den überschrittene Teil entsprechend zu versteuern. Dies gilt für alle Arten von Privatlehrern, die nebenberuflich arbeiten, egal ob Nachhilfelehrer, privater Tennis- oder Musiklehrer, Koch-Coach usw.

DER PRIVATLEHRER ALS GEWERBETREIBENDER 

Wenn du zum Beispiel neben deinem Unterricht noch Lehrmaterial verkaufst, bist du verpflichtet ein Gewerbe anzumelden. Es lässt bereits erahnen, dass dabei viele Verpflichtungen auf dich zukommen. Als erstes musst du der Gewerbepflicht nachkommen und dein Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden, was mit geringen Kosten verbunden ist. Eine Anmeldung beim Finanzamt, wie bei Freiberuflern, ist nicht ausreichend. Weiterhin bist du verpflichtet, eine Buchführung zu machen und eine Bilanz aufzustellen. Wenn dies nicht zu deinen Stärken gehört, solltest du einen Steuerberater aufsuchen, der die Buchführung, einschließlich Gewinnermittlung sowie die Aufstellung der Bilanz für dich übernimmt. Mit einem Gewerbe unterliegst du der Gewerbeordnung und bist verpflichtet ab einem Gewinn in Höhe von 24.500 Euro Gewerbesteuern zu zahlen. So die Kurzfassung. 

EXKURS: GESETZLICHER STEUERFREIBETRAG FÜR STUDENTEN UND SCHÜLER 

Wenn du als Student Privatunterricht gibst, um dir neben dem Studium noch etwas dazuzuverdienen, kommt der gesetzliche Steuerfreibetrag zur Anwendung. Dank des Steuerfreibetrags brauchst du als Student erst ab einem bestimmten Einkommen Steuern zahlen. Dieser Freibetrag wird jedes Jahr neu festgelegt. Im Jahr 2018 liegt der gesetzliche Steuerfreibetrag bei 9.000 Euro, das heißt du musst deine Einnahmen erst ab 9.000 Euro versteuern. Der gesetzliche Steuerfreibetrag ist ebenfalls für Schüler zutreffend.  

FYNDERY TIPP FÜR DIE VERSTEUERUNG ALS PRIVATLEHRER  

Durch unseren Blog konntest du bereits einen guten Überblick über die wichtigsten Modelle und ein paar Steuertipps bekommen. Nun ist es wichtig, für dich selbst herauszufinden, ob der Minijob, die freiberufliche oder die gewerbliche Tätigkeit für dich in Frage kommt. Willst du lieber als eigener Herr tätig sein oder bevorzugst du eine sichere Anstellung bei einem Arbeitgeber? Wäge Vor- und Nachteile ab, um dabei die richtige Entscheidung zu treffen. 

Die wohl unabhängigste, einfachste und vergleichsweise mit den wenigsten Pflichten und Aufwand verbundene Form ist die des Freiberuflers. Dabei behältst du deine Unabhängigkeit und Flexibilität und brauchst dich zudem nicht mit lästigen Papierkram und Buchführung herumschlagen. 

Auch der Großteil der bei fyndery registrierten Coaches ist freiberuflich tätig und verdient sich neben dem Hauptberuf einen erstaunlichen Betrag mit ihrem Wissen und ihrer Leidenschaft dazu. Wenn du bei fyndery Lehrer bist und Kurse anbietest, bist du weder angestellt noch gehst du einen langfristigen Vertrag ein. Das Tolle ist auch, dass bei fyndery keine monatlichen Ausgaben auf dich zukommen.       

Was die Versteuerung angeht, hast du bei fyndery den großen Vorteil, dass wir die Rechnungsstellung für dich übernehmen und du monatlich eine Übersicht über deine Einnahmen erhältst. So weisst du auf einem Blick, was du in dem Monat mit deinem Privatunterricht verdient hast. Damit wird dir die Steuererklärung deutlich vereinfacht. Auf Basis dessen kannst du den kumulierten Betrag einfach in deiner Steuererklärung angeben und dem Finanzamt einen transparenten und wahrheitsgemäßen Nachweis über den angegebenen Betrag in der Steuererklärung liefern. Aber Achtung, dies gilt natürlich nur, wenn du deinen kompletten Privatunterricht über fyndery anbietest. Die monatliche Aufstellung von fyndery erspart dir somit jede Menge Zeit, unangenehme Rückfragen des Finanzamts nach Belegen oder Nachweisen und somit vor allem Nerven.  

Noch nicht Coach bei fyndery? Melde dich jetzt an und stelle wie viele andere auch dein Kursangebot schnell und einfach online! 

  

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